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Zugluft am Fenster: Beschläge vor dem Winter richtig prüfen
Draußen wird es kalt, die Heizung läuft – und am geschlossenen Fenster zieht es. Viele denken dann sofort an ein neues Fenster. Häufig liegt die Ursache aber im Beschlag: Der Flügel wird nicht fest genug an die Dichtung gedrückt, ein Schließblech ist verschlissen oder der Flügel hat sich abgesenkt. Vieles davon können Sie selbst erkennen, manches auch selbst beheben.
Schritt 1: Finden Sie heraus, wo es zieht
Bevor Sie etwas verstellen, sollten Sie wissen, an welcher Stelle Luft eindringt. Zwei einfache Tests helfen:
- Papiertest: Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Flügel und Rahmen und schließen Sie das Fenster. Lässt sich das Blatt ohne Widerstand herausziehen, ist der Anpressdruck an dieser Stelle zu gering. Wiederholen Sie den Test an mehreren Stellen rundum.
- Handtest: Fahren Sie an einem windigen Tag mit der Hand langsam am geschlossenen Fenster entlang. Kalte Luft spüren Sie oft deutlich an den Ecken oder an der Griffseite.
Zieht es nur an einer Stelle, ist meist ein einzelner Verschlusspunkt oder ein Schließblech die Ursache. Zieht es rundum, liegt es eher an der Einstellung oder an der Dichtung.
Die häufigsten Ursachen für Zugluft
Zu geringer Anpressdruck
Am Flügel sitzen mehrere Verschlusszapfen (auch Verschlusspunkte oder Schließzapfen genannt). Beim Schließen greifen sie in die Schließbleche am Rahmen und ziehen den Flügel an die Dichtung. Viele Zapfen sind verstellbar: Je nach Stellung drücken sie den Flügel stärker oder schwächer an. Im Laufe der Zeit oder durch versehentliches Verdrehen kann der Druck zu gering werden.
Verschlissenes oder verschobenes Schließblech
Ist ein Schließblech ausgeschlagen, verbogen oder hat sich gelockert, greift der Zapfen nicht mehr richtig. Das Fenster schließt dann zwar, zieht aber nicht an. Sie erkennen das oft an deutlichen Abriebspuren oder daran, dass der Griff sich ungewöhnlich leicht drehen lässt.
Abgesenkter Flügel
Hängt der Flügel auf der Griffseite ab, schleift er unten am Rahmen und liegt oben nicht mehr sauber an. Die Ursache sind häufig verschlissene Teile an Ecklager, Eckband oder Scherenlager.
Defekte Teile im Beschlag
Lässt sich der Griff schwer drehen oder bewegen sich einzelne Zapfen beim Drehen gar nicht mit, kann das Getriebe oder eine Eckumlenkung defekt sein. Dann verriegelt das Fenster nur teilweise.
Alte Dichtungen
Ist die Dichtung hart, rissig oder platt gedrückt, hilft auch die beste Einstellung nicht. Tipps zur Pflege der Dichtungen finden Sie in unserem Frühjahrs-Check.
Schritt 2: Anpressdruck behutsam erhöhen
Wenn der Papiertest zeigt, dass der Flügel zu locker anliegt, und Sie sich die Einstellung zutrauen, gehen Sie so vor:
- Öffnen Sie das Fenster und suchen Sie die Verschlusszapfen an der Flügelkante.
- Prüfen Sie, ob die Zapfen eine Markierung haben oder rund bzw. oval geformt sind. An der Ausrichtung erkennen Sie die aktuelle Stellung. In welche Richtung die Markierung für mehr Anpressdruck zeigen muss, ist je nach Hersteller unterschiedlich.
- Verstellen Sie die Zapfen mit dem passenden Werkzeug – häufig ist das ein Innensechskant 4 mm, bei manchen Systemen ein spezieller Einstellschlüssel. Passende Schlüssel finden Sie unter Werkzeuge.
- Stellen Sie schrittweise ein und immer nur wenig auf einmal. Machen Sie danach erneut den Papiertest.
- Achten Sie darauf, dass sich der Griff weiterhin ohne großen Kraftaufwand drehen lässt. Mehr Anpressdruck bedeutet auch mehr Kraft am Griff.
Wichtig: Einige Hersteller sehen Einstellarbeiten am Beschlag ausdrücklich nur für den Fachbetrieb vor. Prüfen Sie im Zweifel die Bedienungsanleitung Ihres Fensters. Sind Sie unsicher, beauftragen Sie lieber einen Fachbetrieb.
Wann Sie die Finger davon lassen sollten
Ecklager, Scherenlager und das Aus- und Einhängen des Flügels gehören in die Hände eines Fachbetriebs. Fensterflügel – besonders große Flügel und Balkontüren – sind schwer. Hängt ein Flügel unerwartet aus, besteht Verletzungsgefahr. Hat sich ein Flügel gelöst oder hängt er schief in der Schere, betätigen Sie das Fenster nicht mehr und lassen Sie es zuerst instand setzen.
Schritt 3: Verschlissene Teile ersetzen
Lässt sich die Zugluft durch Einstellen nicht beheben, ist oft ein Teil verschlissen. Typische Ersatzteile sind:
- Schließbleche, wenn der Zapfen nicht mehr sauber greift
- Eckband, Ecklager und Scherenlager, wenn der Flügel abgesenkt ist
- Fenstergetriebe und Eckumlenkungen, wenn die Verriegelung nicht vollständig mitläuft
- Fenstergriffe, wenn der Griff selbst locker oder beschädigt ist
Bei Beschlag4U finden Sie sowohl Originalteile als auch kompatible Nachbauten. Welche Variante für Ihr Fenster passt, hängt vom Hersteller und vom Beschlagsystem ab. Notieren Sie vor der Bestellung die Angaben, die auf dem Teil eingeprägt sind, und machen Sie Fotos.
Häufige Fragen
Muss ich mein Fenster im Herbst auf „Winter“ umstellen?
Nicht zwingend. Wichtig ist, dass der Flügel rundum gleichmäßig an der Dichtung anliegt. Zieht es nicht und schließt das Fenster leicht, müssen Sie nichts verstellen.
Wie oft sollten Fensterbeschläge gewartet werden?
Das hängt vom Hersteller und von der Nutzung ab. MACO empfiehlt zum Beispiel bei privater Nutzung eine Überprüfung alle 3 bis 5 Jahre durch einen Fachbetrieb. Zusätzlich sollten Sie jedes Fenster regelmäßig öffnen und schließen, damit der Beschlag beweglich bleibt.
Der Griff geht nach dem Einstellen schwer – was tun?
Dann ist der Anpressdruck vermutlich zu hoch eingestellt. Drehen Sie die Zapfen schrittweise zurück. Geht der Griff weiterhin schwer, kann ein Teil im Beschlag defekt sein.
Sie sind unsicher, welches Teil Sie brauchen?
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Der Frühling ist die perfekte Zeit für den großen Fenster- und Türen-Check. Mit diesen Profi-Tipps zu Reinigung, Schmierung und Dichtungspflege hältst du deine Beschläge fit für das ganze Jahr.